Geschichte des Zentralarchivs

Das Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv umfasst gegenwärtig ca. 6.500 laufende Meter Archivalien und Sammlungsgut aus dem 9. Jahrhundert bis heute.
Es entstand im 16. Jahrhundert am zentralen Verwaltungssitz der Familie in Brüssel, zog 1728 nach Frankfurt am Main und wohl 1757 nach Regensburg, dem Wohnsitz der Familie seit 1748. Daneben gab es seit dem 18. Jahrhundert Archive oder Altregistraturen bei den fürstlichen Verwaltungsstellen der mittleren und unteren Ebene. Von diesen „Außenarchiven“ existiert heute nur noch das ehemalige Fürstlich Thurn und Taxissche Archiv Obermarchtal, das seit 1952 unter Eigentumsvorbehalt als Depot 30 im Staatsarchiv Sigmaringen verwahrt wird. Dieses Archiv umfasst fast ausschließlich Archivbestände oberschwäbischer Herrschaften und Reichsstifte bis zum Erwerb durch das Haus Thurn und Taxis. Das Schlossarchiv Rammelburg in Sachsen-Anhalt liegt unter Eigentumsvorbehalt im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt.

Laut dem ältesten erhaltenen Findbuch befand sich bereits 1689 am Brüsseler Verwaltungssitz ein umfangreiches zentrales Archiv, das die Archivalien der Familie und des Postwesens umfasste.

Da bis 1918 nicht nur die laufenden Registraturen, sondern auch die „Archive den Käufern folgten“, gelangten mit dem Erwerb von Grundbesitz und Herrschaften durch das Haus Thurn und Taxis in den Niederlanden (seit dem 16. Jahrhundert), Nordwürttemberg (seit 1723), in Oberschwaben (seit 1786), in Bayern, Südtirol (seit 1812), Böhmen (seit 1822), Polen (seit 1819) und Kroatien (seit 1868) auch die Archive und Registraturen dieser Herrschaften und fürstlichen Verwaltungseinrichtungen - zum Teil mit Vorarchiven - nach und nach in das Zentralarchiv, das sich, immer unmittelbar am Hauptverwaltungssitz der Familie Thurn und Taxis, seit 1812 in Regensburg befand. Eine Ausnahme davon bildet nur das Postarchiv (s.u.), das zwischen 1810 und 1867 bei der fürstlichen Generalpostdirektion in Frankfurt am Main angesiedelt war und nach dem Ende der thurn und taxisschen Lehenpost 1867 nach Regensburg kam.

Dasselbe gilt für die Registraturen und Archive der säkularisierten Reichsstifte Neresheim und Marchtal, das Damenstift Buchau am Federsee und das Amt Ostrach des Stiftes Salem, deren Bestände mit Ausnahme von Neresheim fast vollständig in das fürstliche Zentralarchiv bzw. das Archiv Obermarchtal gelangten. Aus dem Neresheimer Stiftsarchiv wurden nach der Wiederbegründung des Klosters Neresheim (1920) Archivteile ausgesondert. Diese werden heute unter der Bezeichnung Klosterarchiv Neresheim vom Abteiarchiv Neresheim verwaltet.

Dasselbe gilt für die Registraturen und Archive der säkularisierten Reichsstifte Neresheim und Marchtal, das Damenstift Buchau am Federsee und das Amt Ostrach des Stiftes Salem, deren Bestände mit Ausnahme von Neresheim fast vollständig in das fürstliche Zentralarchiv bzw. das Archiv Obermarchtal gelangten. Aus dem Neresheimer Stiftsarchiv wurden nach der Wiederbegründung des Klosters Neresheim (1920) Archivteile ausgesondert. Diese werden heute unter der Bezeichnung Klosterarchiv Neresheim vom Abteiarchiv Neresheim verwaltet.

Ein zweiter größerer und jüngerer Archivalienbestand (seit dem Ende des 18. Jahrhunderts) stammt aus den Registraturen der fürstlichen Verwaltungsstellen aller drei Verwaltungsebenen, der Zentralverwaltung z. B. Immediatbureau, Domänenkammer, Gesamtverwaltung, der Mittelbehörden z. B. Rentkammer St. Emmeram und Obermarchtal und der Außenämter der Verwaltung, z. B. den Forst- und Rentämtern.

Die Aktenabgaben der jüngeren Wirtschaftsunternehmen des Fürstenhauses hingegen wurden nur sporadisch und lückenhaft in das Zentralarchiv abgegeben. Daneben enthält das Archiv im größeren Umfang Nachlässe und Sammlungsgut verschiedener Herkunft.